Eine Derby-Legende ist gegangen – Nachruf  

Der Pferdesport hat einen besonderen Menschen verloren: 
Karl-Heinz „Kalle“ Markus ist im Alter von 70 Jahren verstorben. 

Noch im Frühjahr 2025 schrieb er beim Hamburger Springderby eine der bewegendsten Geschichten des Turniers. Als ältester Reiter im Starterfeld ritt er sich mit seiner selbst gezogenen Stute Fiona von Quabri de L’Isle auf den dritten Platz in der ersten Qualifikation – und damit direkt in die Herzen des Publikums. Es war kein gewöhnlicher sportlicher Erfolg, sondern ein Moment, der weit über das Ergebnis hinausging. 

Kalle Markus verkörperte, was den Reitsport im Kern ausmacht: Leidenschaft, Ausdauer und eine tiefe Verbindung zum Pferd. Sein Weg war kein geradliniger Profisportler-Lebenslauf, sondern der eines Mannes, der sich seinen Traum über Jahrzehnte bewahrt hatte. Als gelernter Schlosser und ehemaliger Fallschirmjäger der Bundeswehr war er jemand, der Herausforderungen nicht auswich – im Leben ebenso wenig wie im Parcours. 

Der Auftritt in Klein Flottbek 2025 war für ihn mehr als ein Turnierstart. Vor den Augen seiner Familie – fünf Kinder und vier Enkel – erfüllte er sich einen Traum, den er ein Leben lang verfolgt hatte: das Derby zu reiten. Und obwohl er im Hauptspringen nicht ins Ziel kam, war ihm der Applaus des Publikums sicher. Denn jeder wusste: Hier ritt keiner für Ruhm oder Karriere, sondern aus echter Überzeugung. 

Seine Worte nach der Qualifikation bleiben in Erinnerung: 
„Ich bin schon stolz, dass ich der Jugend noch Paroli bieten kann. Wenn ich einen guten Tag habe, kann ich jeden schlagen.“ 
Es waren Sätze, die seinen Charakter treffend beschrieben – selbstbewusst, aber nie laut, mit einem Augenzwinkern und dem festen Glauben an das, was möglich ist. 

Was viele zu diesem Zeitpunkt nicht wussten: Markus kämpfte bereits gegen eine schwere Krebserkrankung. Nur wenige Wochen nach seinem großen Derby-Auftritt hat er diesen Kampf verloren. 

Mit Karl-Heinz Markus verliert der Reitsport einen echten Pferdemann. Einen, der nicht im Rampenlicht groß geworden ist, sondern sich seinen Platz mit Leidenschaft, Bodenständigkeit und harter Arbeit erarbeitet hat. Einen, der gezeigt hat, dass es im Sport nicht nur um Siege geht – sondern um Haltung, Mut und die Fähigkeit, sich immer wieder neue Ziele zu setzen. 

Sein letzter Ritt liegt erst ein Jahr zurück. Ein 70-Jähriger im Parcours, Applaus von den Rängen – ein Bild, das bleibt. 

Karl-Heinz „Kalle“ Markus wird dem Derby fehlen. 
Aber seine Geschichte bleibt Teil davon. 

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben.